Wieso Gambia?

Mit unserem Hilfsprojekt „Drive for Life – Krankenwagen für Gambia“ verfolgen wir ein klares Ziel: Wir möchten einen Krankenwagen finanzieren, aufbereiten und nach Gambia überführen. Dort wird das Fahrzeug in Zusammenarbeit mit der NGO Dresden-Banjul-Organisation, kurz DBO, eingesetzt und anschließend an die gambische Child Welfare Unit übergeben.

Der Krankenwagen soll insbesondere Kindern zugutekommen, die oft keine Stimme haben:

  • Kinder, die Missbrauch erlebt haben
  • Kinder mit Behinderungen
  • Kinder, die im Alltag durchs Raster fallen


Der Krankenwagen ermöglicht es, diese Kinder zu erreichen, sie in Sicherheit zu bringen und bei Bedarf medizinisch zu versorgen. Es geht nicht nur um Transport. Es geht darum, Hilfe überhaupt erst möglich zu machen.

Wenn Hilfe nicht erreichbar ist

In vielen Regionen Gambias fehlt es nicht nur an medizinischer Versorgung, sondern bereits an der Möglichkeit, Hilfe überhaupt zu erreichen. Besonders betroffen sind Kinder, die ohnehin am Rand der Gesellschaft stehen. Sie werden oft übersehen, haben keinen Zugang zu Unterstützung oder können im Ernstfall nicht rechtzeitig in ein Krankenhaus gebracht werden.

Laut Analysen auf Basis von UNICEF-Daten erleben rund 89 Prozent der Kinder in Gambia irgendeine Form von Gewalt oder Misshandlung. Dazu zählen zum Beispiel körperliche Strafen, psychische Gewalt oder sexueller Missbrauch. Zusätzlich gibt es weitere Formen von Kindeswohlgefährdung:


  • Etwa 27 Prozent der Kinder arbeiten
  • 34 Prozent der Mädchen werden vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet
  • Über 50 Prozent der Mädchen sind von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen


Wichtig ist dabei: Die sehr hohe Zahl von nahezu 90 Prozent umfasst alle Formen von Gewalt und Misshandlung. Sie bezieht sich also nicht nur auf schweren sexuellen Missbrauch, sondern auch auf körperliche Strafen, psychische Gewalt und andere Formen der Misshandlung. Diese Zahlen zeigen, wie groß der Bedarf an Schutz, Unterstützung und erreichbarer Hilfe ist.

Wenn Ausgrenzung zusätzlich belastet

Ein weiteres großes Problem ist die gesellschaftliche Wahrnehmung von Behinderungen. In manchen Regionen werden Behinderungen noch immer mit Aberglauben, Scham oder sozialer Ausgrenzung verbunden. Manche Kinder werden versteckt oder isoliert, besonders in ländlichen Gebieten. Diskriminierung führt dazu, dass sie weniger soziale Kontakte haben, seltener Unterstützung erhalten und im Alltag kaum sichtbar sind. Das bedeutet: Neben der körperlichen oder geistigen Einschränkung kommt oft soziale Ausgrenzung hinzu.

Gerade diese Kinder brauchen Strukturen, die sie erreichen können. 

Ein Krankenwagen kann hier ein wichtiges Bindeglied sein: zwischen Familie, Behörden, sozialen Einrichtungen und medizinischer Versorgung.


Es gibt auch Fortschritte

Trotz der großen Herausforderungen gibt es in Gambia auch Fortschritte. Die Regierung hat Gesetze zum Schutz von Menschen mit Behinderungen eingeführt. Organisationen wie UNICEF und lokale NGOs fördern inklusive Bildung, Schutzprogramme und Aufklärungskampagnen. Schritt für Schritt trägt diese Arbeit dazu bei, Stigmatisierung zu reduzieren und Kinder besser zu schützen.

Genau hier setzt unser Hilfsprojekt an.

Wir möchten keine bestehenden Strukturen ersetzen. Wir möchten sie ganz praktisch stärken. Ein einsatzfähiger Krankenwagen kann die Arbeit vor Ort unterstützen, Wege verkürzen und schnelle Hilfe ermöglichen, wenn sie dringend gebraucht wird.


Die Child Welfare Unit - Hilfe für Kinder in schwierigen Lebenssituationen

Die Child Welfare Unit in Gambia übernimmt eine wichtige Aufgabe: Sie steht Kindern und Jugendlichen in besonders schwierigen Lebenssituationen zur Seite und ist oft eine der ersten Anlaufstellen, wenn Schutz, Betreuung und schnelle Hilfe gebraucht werden. Gerade in dringenden Fällen ist Mobilität entscheidend. Ein einsatzfähiger Krankenwagen kann dazu beitragen, Kinder in medizinischen oder sozialen Notsituationen rasch zu versorgen und sicher an geeignete Stellen zu bringen, zum Beispiel in ein Krankenhaus.


Ein Fahrzeug, das Zugang schafft

Ein funktionierender Krankenwagen kann genau hier den Unterschied machen. Er schafft Zugang, ermöglicht Versorgung und gibt Kindern eine Chance, gesehen und unterstützt zu werden. Er kann Kinder erreichen, die sonst nicht rechtzeitig versorgt würden. Er kann Fahrten zu Krankenhäusern ermöglichen. Er kann Einrichtungen vor Ort mobiler machen. Und er kann dazu beitragen, dass Kinder in Notsituationen schneller geschützt werden.

Unser Projekt ersetzt keine Systeme, aber es stärkt vorhandene Hilfe vor Ort ganz praktisch. Genau darin liegt seine Kraft.